Die Gründung der Gesellschaft
Bis zur Novellierung des Glücksspielgesetzes im Jahr 1986 fehlte in Österreich ein attraktives Glücksspiel nach dem Totalisatorprinzip. Die Österreichische Glücksspielmonopolverwaltung führte zu jenem Zeitpunkt die Brieflotterie, das Kleine Zahlenlotto, die Klassenlotterie und das Sporttoto durch. Die
Casinos Austria AG betrieb sehr erfolgreich elf Spielbanken.
Zu Beginn der achtziger Jahre floss in zunehmendem Ausmaß österreichisches Spielkapital ins Ausland. Vor allem die Attraktivität des in den Nachbarländern bereits bestehenden Lottos beeinflusste die Einsätze im österreichischen Sporttoto, welche die finanzielle Basis der österreichischen Sportförderung bildeten.
Der im Bundesministerium für Finanzen für den Glücksspielbereich zuständige Sektionschef, Dr. Othmar Haushofer, machte mehrmals auf diesen Umstand aufmerksam und stellte eine Angebotserweiterung zur Diskussion.
Der zu dieser Zeit amtierende Bundesminister für Finanzen, Dr. Herbert Salcher, beauftragte im Jahr 1983 Generaldirektor Dkfm. Dr. Leo Wallner und Gouverneur Dkfm. Kurt Nößlinger mit der Erstellung eines Konzeptes zur Reorganisation des österreichischen Glücksspielmarktes. Dieser Auftrag erfolgte in enger Abstimmung mit dem damaligen Bundesminister für Unterricht und Sport, Dr. Helmut Zilk.
Die wesentlichen Punkte des Konzeptes:
.) Lotto sollte nach internationalem Vorbild eingeführt und Toto von einer privatwirtschaftlich organisierten Gesellschaft übernommen werden. Ziel dieser Maßnahmen sollte die Rückgewinnung der bisher ins Ausland abfließenden Wett-einsätze sowie die Gewinnung zusätzlicher Spielteilnehmer sein.
.) Der durch die Einführung von Lotto zu erwartende Rückgang der Toto Umsätze sollte dabei, trotz gegenteiliger internationaler Erfahrungen, möglichst gering gehalten werden.
Das in Kooperation mit den Professoren der Wirtschaftsuniversität Wien, Dr. Friedrich Scheuch und Dr. Reinhard Moser, erstellte Konzept wurde vom Bundesministerium für Finanzen gutgeheißen. Die Casinos Austria AG und die Österreichische Postsparkasse trafen daraufhin auf eigenes Risiko die notwendigen Vorbereitungen.
Zunächst arbeiteten ausschließlich Mitarbeiter der Casinos Austria AG und der Österreichischen Postsparkasse in den Räumen der Casinos Austria AG und der Österreichischen Postsparkasse an der Umsetzung des Projektes.
Am 2. Juli 1985 erfolgte die Gründung der Toto-Lotto-Projektierungsgesellschaft m.b.H. Die Gesellschaft sollte Lotto in Österreich einführen und Sporttoto von der Österreichischen Glücksspielmonopolverwaltung übernehmen. Nach der Gründung der Toto-Lotto-Projektierungsgesellschaft m.b.H. wurden die ersten Mitarbeiter aufgenommen.
Die gesetzliche Grundlage zur Durchführung von Lotto, Toto und Zusatzspiel wurde mit der Novelle zum Glücksspielgesetz (BGBl. Nr. 292 vom 6. Juni 1986) geschaffen. Unmittelbar danach suchte die Toto-Lotto-Projektierungsgesellschaft m.b.H. um die Konzession zur Durchführung von Lotto, Toto und Zusatzspiel an. Sie erhielt die Konzession am 11. Juni 1986. Am 2. Juli 1986 erfolgte die Gründung der Österreichischen Lotto Toto Gesellschaft m.b.H.
Die Einführung von Lotto "6 aus 45"
Die erste Runde von Lotto "6 aus 45" fand nach einer außerordentlich kurzen Vorbereitungszeit bereits Anfang September 1986 statt. Um bei der Einführung von Lotto "6 aus 45" die Attraktivität von Toto nicht zu beeinträchtigen, wurden die beiden Produkte von Beginn an getrennt positioniert:
• Lotto als reines Glücksspiel, bei dem der Spielteilnehmer mit kleinen Einsätzen sehr hohe Gewinne erzielen kann;
• Toto als Fußballwette, bei der der Spielteilnehmer mit seinem Fachwissen die Gewinnchancen aktiv erhöhen kann.
Das Unternehmen bekommt einen neuen Namen
In der ordentlichen Generalversammlung vom 20. Juni 1991 wurde beschlossen, den Firmenwortlaut von "Österreichische Lotto Toto Gesellschaft m.b.H." auf "Österreichische Lotterien Gesellschaft m.b.H." zu ändern. Diese Änderung wurde mit Beschluss des Handelsgerichtes im Firmenbuch per 3. Oktober 1991 eingetragen. Der neue Name steht als Dach für alle Spiele des Unternehmens.
Erweiterung des Spielangebotes
Im Jahr 1988 wurden zwei neue Spiele, Torwette und Joker, eingeführt. Die erfolgreiche Geschäftsentwicklung veranlasste den Bundesminister für Finanzen, Dkfm. Ferdinand Lacina, im Jahr 1989 die von der Österreichischen Glücksspielmonopolverwaltung durchgeführten Spiele Brieflos, Zahlenlotto und Österreichische Klassenlotterie den Österreichischen Lotterien zu übertragen. Unter dem Gesichtspunkt einer klaren Trennung von Aufsichts- und Betriebsfunktion sollte eine Steigerung des Spielaufkommens und des damit zusammenhängenden Abgabenpotentials erreicht werden.
Die Neufassung des Glücksspielgesetzes (BGBl. Nr. 620/89 vom 21. Dezember 1989) bildete die Grundlage dieser Neuordnung des Glücksspielmarktes. Am 22. Dezember 1989 erhielten die Österreichischen Lotterien die Konzession zur Durchführung von Brieflos und Zahlenlotto 1-90 ab 1. Jänner 1990 und der Österreichischen Klassenlotterie ab 1. Mai 1990.
Nach zwei Jahren Vorbereitungszeit wurde am 27. Februar 1995 Rubbellos mit den Spielen "Cash" und "Schatztruhe" eingeführt.
Am 3. September 1997 wurde bei Lotto "6 aus 45" und bei Joker eine zweite Ziehung - die Mittwochziehung - eingeführt.
Am 14. Dezember 1998 startete der WebClub.at mit den Spielen "Schatzinsel" und "Penalty". Der WebClub.at wurde am 19. Februar 2003 von der multichannelfähigen Spieleplattform win2day.at abgelöst.
Am 8. November 1999, nach einem Jahr Vorbereitungszeit, wurde Bingo eingeführt.
Am 3. März 2003 wurde die neue Nummernlotterie ToiToiToi eingeführt.
Am 21. Mai 2004 starteten die Video Lotterien Terminals mit dem ersten WINWIN Standort in Mayrhofen in Tirol.
An EuroMillionen, dem europäischen Lotto, kann seit 2. Oktober 2004 auch in Österreich teilgenommen werden.
Und am 7. Februar 2008 starteten die Österreichischen Lotterien und Casinos Austria den „Pokerroom“ auf ihrer gemeinsamen Spieleplattform win2day.at.